THE
FLAG

Verantwortungsvoll
vorsorgen

WICHTIGE ENTSCHEIDUNGEN IM ALTER FRÜHZEITIG TREFFEN 

Viele Lebensbereiche werden im Laufe der Zeit sorgfältig geregelt wie Versicherungen, die Altersvorsorge oder die Wohnsituation. Ein Thema jedoch wird häufig aufgeschoben, obwohl es im Ernstfall entscheidend sein kann: die rechtliche Vorsorge durch Vollmachten.


Eine Vollmacht ist ein schriftliches Dokument, mit dem einer oder mehreren Personen das Recht eingeräumt wird, im Namen einer anderen Person zu handeln. Solche Entscheidungen können finanzielle, behördliche oder medizinische Angelegenheiten betreffen.


Besonders relevant wird eine Vollmacht, wenn eigene Entscheidungen nicht mehr getroffen oder geäußert werden können, etwa infolge einer Erkrankung wie Demenz, eines Schlaganfalls oder eines Unfalls mit Bewusstlosigkeit. Liegt in einem solchen Fall keine Vollmacht vor, darf selbst die engste Familie nicht automatisch entscheiden. Stattdessen muss durch ein Gericht ein Betreuer bestellt werden. Dies kann mit Zeitverzögerungen, Unsicherheit und einem möglichen Handeln entgegen den eigenen Wünschen verbunden sein.



ARTEN VON VOLLMACHTEN

Je nach Anwendungsbereich wird zwischen folgenden Formen unterschieden:


1. Vorsorgevollmacht

Mit einer Vorsorgevollmacht wird einer oder mehreren Personen das Recht übertragen, rechtlich verbindliche Entscheidungen zu treffen – beispielsweise gegenüber Banken, Behörden oder medizinischen Einrichtungen.


2. Betreuungsverfügung

In einer Betreuungsverfügung kann festgelegt werden, wer im Fall einer gerichtlichen Betreuung als Betreuer eingesetzt werden soll oder auch wer ausdrücklich nicht gewünscht ist.


3. Patientenverfügung

In der Patientenverfügung wird dokumentiert, welche medizinischen Maßnahmen gewünscht oder abgelehnt werden wie beispielsweise künstliche Beatmung, Wiederbelebung oder Schmerzbehandlung.



AUSWAHL DER BEVOLLMÄCHTIGTEN PERSON

Die Bevollmächtigung sollte nur Personen übertragen werden, denen uneingeschränkt vertraut werden kann. Vorab sollte ein offenes Gespräch geführt werden, um sicherzustellen, dass die betreffende Person bereit ist, die Verantwortung zu übernehmen. Zwar dürfen Bedenken der Familie gehört werden, jedoch sollten die Entscheidungen nicht gegen die eigenen Überzeugungen getroffen werden.



FORM, BEGLAUBIGUNG UND AUFBEWAHRUNG

Eine notarielle oder öffentliche Beglaubigung ist gesetzlich nicht zwingend erforderlich, sofern die Vollmacht schriftlich erstellt und eigenhändig unterschrieben wird. Dennoch kann eine Beglaubigung sinnvoll sein, insbesondere in folgenden Fällen: 


• wenn größere Vermögenswerte betroffen sind


• wenn mehrere Personen bevollmächtigt werden


• wenn mit Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Familie gerechnet werden muss


Durch eine notarielle Beglaubigung wird die Anerkennung durch Banken und Behörden erleichtert. Zudem wird der rechtlichen Anfechtung vorgebeugt. In manchen Fällen kann ein ärztliches Attest über die Einwilligungs- und Geschäftsfähigkeit zusätzlich hilfreich sein.


Es wird empfohlen, für die Erstellung einer Vollmacht auf Musterformulare vertrauenswürdiger Stellen zurückzugreifen, beispielsweise von der Verbraucherzentrale oder dem Bundesministerium der Justiz. Bei Unsicherheiten oder speziellen Fragestellungen kann eine persönliche Beratung durch Hausärzte, Notare oder Seniorenberatungsstellen in Anspruch genommen werden. Die fertige Vollmacht sollte an einem gut zugänglichen Ort aufbewahrt oder alternativ beim Notar hinterlegt werden. Zusätzlich bietet sich eine Registrierung im Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer an, um im Ernstfall einen schnellen Zugriff durch Behörden zu ermöglichen. Wichtig ist außerdem, dass die bevollmächtigte Person über den genauen Aufbewahrungsort der Dokumente informiert wird.



FAZIT

Mit einer Vollmacht wird rechtzeitig vorgesorgt. Die Verantwortung bleibt in den eigenen Händen. Es ist ein Zeichen von Fürsorge und Vertrauen. Auf diese Weise kann für Sicherheit und Klarheit gesorgt werden und das gute Gefühl, vorbereitet zu sein, wird allen Beteiligten gegeben.


Dieser Beitrag ersetzt keine rechtliche Beratung. Bei Unsicherheiten wenden Sie sich bitte an einen Notar, eine Verbraucherzentrale oder eine andere qualifizierte Beratungsstelle.