Wenn die Tage kürzer werden und die Temperaturen sinken, häufen sich Erkältungen, Husten und andere Atemwegsinfekte. Besonders im höheren Alter steigt das Risiko für Atemwegserkrankungen. Doch warum ist das so, und was können Sie selbst tun, um gesund zu bleiben?
DAS IMMUNSYSTEM – UNSER NATÜRLICHER SCHUTZSCHILD
Unser Körper verfügt über zwei Abwehrsysteme, die Hand in Hand arbeiten. Da wäre zuerst das angeborene, unspezifische Immunsystem. Dieses reagiert schnell auf Viren oder Bakterien, arbeitet jedoch eher allgemein. Hingegen entwickelt sich das erworbene, adaptive Immunsystem erst im Laufe des Lebens. Immer wenn man mit einem neuen Krankheitserreger in Kontakt kommt oder eine Impfung erhält, lernt unser Körper dazu. Beim nächsten Kontakt werden bekannte Erreger schneller und gezielter abgewehrt. Jedoch lässt die Fähigkeit unseres Immunsystem mit dem Alter zunehmend nach. Mediziner sprechen von Immunoseneszenz. Dadurch haben ältere Menschen ein höheres Risiko für Infektionen und die Genesung kann länger dauern.
DIE ATEMWEGE – EINTRITTSPFORTEN FÜR ERREGER
Die meisten erkältungsauslösenden Viren gelangen über die Nase in unseren Körper. Sie werden entweder eingeatmet oder über die Hände direkt in den vorderen Nasenbereich übertragen. Dort infizieren sie die Schleimhäute und breiten sich zunächst in den oberen Atemwegen aus, also in Nase, Nasennebenhöhlen und Rachenraum. In manchen Fällen wandern die Erreger weiter in die unteren Atemwege wie Kehlkopf, Bronchien oder Lunge.
SYMPTOME ERKENNEN UND RICHTIG REAGIEREN
Im Winter erkranken wir häufiger an Atemwegsinfekten. Kälte und trockene Heizungsluft können die Schleimhäute austrocknen und die lokale Abwehr schwächen, sodass Viren leichter in den Körper gelangen. Ein Infekt entwickelt sich meist langsam über mehrere Tage. Müdigkeit, Abgeschlagenheit, eine verstopfte Nase oder Kratzen im Hals sind oft die ersten Anzeichen. Hinzu können Kopfschmerzen oder leichtes Fieber kommen. Wenn die unteren Atemwege betroffen sind, treten häufig Husten und Heiserkeit auf. Bei ersten Symptomen hilft es, viel zu trinken, am besten Wasser oder warme Getränke wie Kräutertee. Auch ausreichend (Bett-)Ruhe, frische Luft und eine vitamin-C-reiche Ernährung tragen dazu bei, dass man sich schneller wieder besser fühlt. Treten die Beschwerden plötzlich und stark auf, insbesondere mit hohem Fieber oder starkem Unwohlsein, sollte umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.
SO KÖNNEN SIE VORBEUGEN
Vorbeugen ist immer besser als heilen. Eine ausgewogene Ernährung, reich an Obst, Gemüse und Vollkornprodukten, liefert wichtige Nährstoffe für das Immunsystem. Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft, ausreichend Schlaf, Ruhepausen und Stressabbau unterstützen die Abwehrkräfte zusätzlich. Auch Hygienemaßnahmen sind wichtig: regelmäßiges Händewaschen, Niesen in die Armbeuge und wenn viele Menschen unterwegs sind das Tragen einer Maske, helfen, Ansteckungen zu minimieren. Impfungen, wie die jährliche Grippeschutzimpfung, bieten ebenso zusätzlichen Schutz.